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Schichtstoffplatte

Dekorative Schichtpreßstoffplatten (nach DIN abgekürzt DKS = Dekorativ Kunststoff Schichtpressstoff) bestehen aus einzelnen mit Kunstharzen getränkten Papieren. Diese Papiere werden mit Hitze und Druck in Pressen zusammengeschmolzen und verschweißt.

 

Je nach Anzahl und Aufbau der verschiedenen Schichten erreicht man eine entsprechende Härte, Fleckenunempfindlichkeit und Wärmebeständigkeit der Oberfläche. Dekorative Schichtpressstoffplatten ermöglichen eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Farben, Designs und Holzreproduktionen.

 

Eine besonders gut wärmeableitende Schicht, z.B. eine Metallfolie, leitet die Hitze schnell ab und macht die Platte gegenüber Zigarettenglut beständig. Ebenso läßt sich eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen Flammeneinwirkungen erreichen. Entsprechend imprägnierte Papiere lassen eine nachträgliche Verformbarkeit zu, so daß die Platte nachträglich gebogen und Rundungen nachgeformt werden können (postforming).

 

Typischer Aufbau einer DKS-Platte:

Die Kern- oder Trägerpapiere sind mit Phenolformaldehydharz getränkt. Phenolharze sind von ihrer Grundfarbe her braun-rötlich. Die phenolharzgetränkten Papiere geben den Platten die gewünschte variable Dicke. Der Kern bestimmt das Stehvermögen und die Schlagfestigkeit der Platten. Maßgeblich für das optische Aussehen der Oberfläche ist das Dekorpapier. Das Dekor entsteht durch Einfarbung der Papierlage, entweder als Unidurchfärbung, Farbdruck oder im Mehrfarbendruck, z.B. für Holzimitationen.

 

Damit die braun-rötlich gefärbte Kernlage nicht durchscheint, liegt zwischen dem Dekorpapier und dem Kern ein sogenanntes Underlaypapier oder Sperrbogen. Dieses Barrierepapier wird immer dann eingebaut, wenn helle Dekore verwendet werden. Zur Oberfläche hin schützt ein melaminharzgetränktes Papier, das Overlaypapier, die darunter liegende Dekorschicht. Melaminharze sind besonders lichtecht, wärmestabil und abriebfest. Sie zählen zu den härtestens Kunststoffen. Die Dicke der obersten Melaminharzschicht und ihre Oberflächenstruktur bestimmen ganz wesentlich die Widerstandsfähigkeit bei hohen mechanischen Belastungen.

 

Um einen verzugsfreien Plattenaufbau zu erreichen, wird auf der Rückseite der Kernschicht ein Gegenzugpapier mitverpresst, das ein starkes Schüsseln der Platte verhindern soll. Diese verschiedenen Lagen von mit kunststoffgetränkten Papieren werden in der Presse unter Druck und Hitze miteinander verschmolzen.

 

Die Oberflächenstruktur der Pressbleche bestimmt die Oberfläche der Platte:

Polierte oder mattierte Pressbleche werden für glatte Schichtpressstoffoberflächen eingesetzt. Geporte oder mit Rillen versehene Pressbleche drücken entsprechende Strukturen in die Schichtpressstoffplatten und ergeben entsprechend strukturierte Plattenoberflächen. Nach Art der, bei der Verpressung verwendeten Drücke werden zwei Herstellungsverfahren und damit Plattentypen unterschieden:

 

Bei CPL (Continues Pressure Laminate) -Platten werden die Papiere im Durchlauf- oder Endlosverfahren (continuous) in Rollenbandpressen, die von oben und unten beheizt sind, in einer Art Endlosplatte verpresst. Dabei wird ein geringerer Pressdruck angewandt als beim folgenden Verfahren.

 

HPL (High Pressure Laminates) -Platten werden in Mehretagenanlagen unter sehr hohem Druck verdichtet. Mit diesem aufwendigen Verfahren werden Platten mit verbesserten Eigenschaften hergestellt.

 

Die verschiedenen Platteneigenschaften, wie Zug-/Biegefestigkeit, Abriebfestigkeit, Kratz- und Fleckenunempfindlichkeit, Verhalten gegenüber Zigarettenglut, heißen Kochtopfböden, kochendem Wasser etc., sind in Prüfnormen geregelt.

 

Postforming-Platten sind spezielle Schichtstoffplatten mit bestimmten Papiersorten, die ein nachträgliches Weichmachen der Imprägnierung zulassen, weil die Vernetzung der  Kunststoffmoleküle noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Deshalb ist ein nachträgliches Verformen unter Einwirkung von Wärme und Druck möglich. So kann die Schichtstoffplatte um Rundungen des Trägerwerkstoffes verklebt werden. Die Schichtstoffoberfläche kann verschiedenen Konturen angepasst werden und erlaubt Design- und Gestaltungsvielfalt über die gesamte Plattenoberfläche.

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