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3. Maßnahmen, die das Arbeiten des Holzes verringern

a. Leimholzplatten - Alte Handwerkskunst in einem modernen Produkt

Bekanntlich ist die Brettbreite, die man aus einem Stamm erzeugen kann, begrenzt. Für größere Brettbreiten müssen einzelne Bretter aneinandergeleimt werden. Typisch moderne Produkte sind massive Leimholzplatten, die in großen Brettbreiten und -längen erhältlich sind. Bereits früher hat das Handwerk Leisten zu großen Platten nach ganz bestimmten Regeln zusammengeleimt, die gleichermaßen für die heutzutage industriell gefertigten Platten gelten. Die Gefahr des Verwerfens der Platten steigt prinzipiell mit zunehmender Breite der einzelnen Lamellen. Schmale Brettbreiten und das Aneinanderleimen der Lamellen unter Berücksichtigung bestimmter Jahrringstrukturen verringern das Arbeiten der Platten.

 

In Bild 4-6 zeigen Beispiel (1) und (2), dass das Aneinanderleimen von linker und rechter Brettseite beim späteren Arbeiten des Holzes zu einer welligen Plattenform, bzw., dass das Aneinanderleimen von rechten Brettseiten nach oben zu einer gebogenen Plattenform führt. Dies verstärkt sich mit zunehmender Breite der Einzellamellen. Durch Auftrennen der Einzellamellen, läßt sich eine ebenere Plattenoberfläche erzielen, wie Beispiel (3) im Vergleich zu Beispiel (2) zeigt. Werden, wie in Beispiel (4), Kern-an-Kern Seiten und Splint-an-Splint-Seiten, jedoch rechte und linke Seite im Wechsel verleimt, ergibt sich die homogenste Oberfläche.


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In Bild 4-7 zeigen die Beispiele (1) bis (3), dass Kernholz in der Regel weniger schwindet als Splintholz. Um eine ebene Plattenoberfläche zu erreichen, soll der Kern aufgetrennt und möglichst schmale Kernholzlamellen miteinander verleimt werden, vergl. Beispiel (4).

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Grundsätzlich gelten folgende Kriterien für die Beurteilung des Stehvermögens von Leimholz:

  1. Je schmaler die einzelnen Lamellen, desto besser bleibt die Platte insgesamt stehen und
    desto ebener bleibt die Plattenoberfläche.
  2. Der Kern sollte möglichst bei allen Lamellen aufgetrennt sein.
  3. Die einzelnen Lamellen sollten möglichst einheitliche Holzfeuchten aufweisen. Lamellen von Qualitätsleimholz werden üblicherweise auf 6-7 % u heruntergetrocknet. Dies führt,
    insbesondere bei 6% Holzfeuchte bei der Herstellung, zu einer zusätzlichen Quellungs-
    vergütung.

 

b. Herstellung von Sperrholzplatten

Sperrholzplatten bestehen mindestens aus drei aufein andergeleimten Holzlagen, wobei die

Faserrichtung benachbarter Lagen um 90° zueinander versetzt sind. Dadurch entsteht der

sogenannte Absperreffekt:

 

Das von der anatomischen Richtung des Holzes (Faser, Holzstrahl, Jahrringrichtung)

abhängige Quellen und Schwinden bei Holzfeuchteänderungen unterhalb von Fasersättigung

wird abgesperrt.

 

Durch verkleinerte Holzquerschnitte und das Versetzen der Hauptschwundrichtung um

jeweils 90° (Bild 4-8) und das anschließende Verleimen können die einzelnen Schichten in

Länge und Breite theoretisch nur soviel schwinden, wie Holz in Faserrichtung schwindet.

Richtungsgebundene Festigkeitseigenschaften, wie die Biegefestigkeit, werden ebenfalls

homogenisiert.

 

Als typische Sperrholzplatten sind in Bild 4-8 eine 3-lagige Furnierplatte, eine Tischler- und eine Stäbchenplatte abgebildet. Furnierplatten mit mehr als 15 Lagen werden als sogenannte

Multiplexplatten gehandelt. Sie sind extrem formstabil und hart und werden beispielsweise als

Arbeits- und Werkbankplatten verwendet.

 

Bei Spanplatten (Bild 4-8) und speziell bei Faserplatten ist der Holzverbund aufgelöst. Aus diesem Grund weisen diese Platten homogenisierte technische Eigenschaften, wie Quell- und Schwindeigenschaften bzw. Festigkeitseigenschaften auf.


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