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Konstruktiver Holzschutz

Konstruktiver Holzschutz hat zum Ziel, Schädlingsbefall von Holz durch konstruktive und

bautechnische Maßnahmen zu verhindern. Vorrangiges Ziel ist es, das Holz gegen Pilzbefall zu schützen, indem die Holzfeuchte unterhalb von 20% gehalten wird. Wasser soll möglichst vom Holz ferngehalten werden oder aber durch konstruktive Maßnahmen schnell abgeleitet werden.

Auf der folgenden Seite ist ein Katalog von konstruktiven Holzschutzmaßnahmen aufgelistet.

Folgende konstruktive/bauliche Maßnahmen schützen das Holz:


  • Eine Holzart wählen, deren natürliche Dauerhaftigkeit dem baulichen Einsatzzweckentspricht. (Bild 7-3 gibt die tabellarische Auflistung von Holzarten entsprechend dernatürlichen Dauerhaftigkeit ihres Kernholzes in verschiedene Resistenzklassen wieder.) DasHolz vor dem Verbauen sorgfältig auf Gebrauchsfeuchte trocknen.
  • Holzteile in Außenbereichen von Gebäuden, wie Fenster und Außenbekleidungen, gegenüber der Fassade zurücktreten lassen, um sie vor direkten Witterungseinflüssen zuschützen.
  • Auch V100G Platten vor direkter Bewitterung durch Beschichten oder vorgesetzte Bekleidungen schützen.
  • Geneigte Dachflächen bevorzugen, um schnellen Wasserabfluß zu ermöglichen.
  • Dächer, Vordächer, Außenbekleidungen etc. abflußtechnisch einwandfrei gestalten. Tropfkanten, Abschrägen von Kanten und Zuspitzen von unteren Enden verbessernden Feuchteabfluss.
  • Senkrechte anstelle von waagerechter Brettanordnung bei Außenschalung etc. verbessert den Wasserabfluß.
  • Bei Außenschalungen etc. den Wasserabfluß durch gehobelte Brettoberflächen verbessern, sofern kein Lackanstrich vorgenommen wird.
  • Das Feuchteaumahmevermögen des Holzes durch wasserabweisende Anstriche verringern.
  • Große Hirnholzflächen und Holzverbindungen durch Abdecken, Abdichten oder wasserabweisende Anstriche schützen.
  • Schrauben, Nägelköpfe und Trockenrisse verkitten, um Wassereindringpforten ins Holz zu vermeiden.
  • Holz vor direkter Sonneneinstrahlung schützen, um Trockenrißbildung zu vermeiden.
  • Bei Außenbekleidungen keine dunklen Anstrichfarben (schwarz) verwenden, um Oberflächenaufheizung und somit Trockrißbildung zu vermeiden.
  • Bewitterte und nahezu waagerecht eingebaute Brettschichtträger so aufbauen, dass Schwindrisse in den Lamellen keine nach oben weisenden Rißtaschen bilden können (rechte Seite des Holzes nach oben), um Wasseransammlung zu vermeiden.
  • Holz nicht im Spritzwasserbereich bis zu einer Höhe von etwa 30 cm verwenden.

    Feuchtigkeitsleitung aus dem Erdreich durch Aufstelzen von Stützfüßen vermeiden.

  • Bei gefährdeten Bauteilen Wärmebrücken abdämmen, um Tauwasserbildung auf den Holzoberflächen zu vermeiden.


Schutz

Weitere Beispiele zum baulichen Holzschutz befinden sich im Fragenteil zu diesem Kapitel.

Das Kernholz von Holzarten mit erhöhter natürlicher Dauerhaftigkeit besitzt von Natur aus pilzwidrige und insektenwidrige Komponenten. Werden diese Hölzer unter Berücksichtigung des konstruktiven Holzschutzes verwendet, kann weitergehend auf chemischen Holzschutz verzichtet werden.

Hinsichtlich ihrer natürlichen Dauerhaftigkeit werden Hölzer in Abhängigkeit von ihrer Standdauer nach DIN-69364 (Freilandversuch) in fünf Resistenzklassen eingeteilt.


Resistenz Dauerhaftigkeit Holzartenbeispiele
1 sehr dauerhaft (> 13 Jahre Standdauer) sehr viele tropische Baumarten, z.B. Afzelia, Kambala, Bongossi, Tea
1-2 Robinie
2 dauerhaft (8-13 Jahre Standdauer) Europ.Eiche, Edelkastanie, Western red cedar
3 mäßig dauerhaft (5-8 Jahre Standdauer) dunklere Qualitäten von Kiefer, Pitch Pine
3-4 Kiefer, Lärche. Douglasie
4 nicht dauerhaft (3-5 Jahre Standdauer) Fichte, Tanne, Hemlock
5 vergänglich (<3 Jahre Standdauer) Buche, Birke. Erle, Pappel, Esche, Roßkastanie, Platane
Bild 7-3: Einteilung der Holzarten nach ihrer natürlichen Dauerhaftigkeit in Resistenzklassen