Seefrachten steigen deutlich – höhere Kosten auch bei Spedition und Straßentransport
Die Transportkosten im Güterverkehr sind zuletzt deutlich gestiegen. Besonders kräftig fiel der Anstieg in der See- und Küstenschifffahrt aus: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Preise für die Güterbeförderung auf See im zweiten Quartal 2026 um 20,7 % über dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 betrug der Anstieg sogar 23,4 %.
Als wesentliche Ursachen nennt Destatis die infolge des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus gestiegenen Treibstoffpreise sowie zusätzliche Zuschläge der Reedereien. Diese Faktoren führten im zweiten Quartal zu deutlich höheren Frachtraten. Insgesamt verteuerte sich der Bereich Verkehr und Lagerei um 6,2 % gegenüber dem Vorjahresquartal und damit stärker als alle anderen von Destatis ausgewiesenen Dienstleistungsbereiche. Die Erzeugerpreise für Dienstleistungen insgesamt stiegen im gleichen Zeitraum um 3,7 % – der stärkste Zuwachs gegenüber dem Vorjahr seit dem vierten Quartal 2022.
Die höheren Kosten beschränken sich dabei nicht auf den eigentlichen Seetransport. Speditionsleistungen verteuerten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 6,2 % und gegenüber dem ersten Quartal um 4,5 %. Im Straßengüterverkehr lagen die Preise um 5,8 % über dem Vorjahresniveau und stiegen innerhalb eines Quartals um 3,5 %. Auch hier nennt Destatis insbesondere höhere Treibstoffkosten als Ursache. Bei Lagerungs- und lagerbezogenen Dienstleistungen fiel der Anstieg mit 3,2 % gegenüber dem Vorjahr moderater aus.
Der starke aktuelle Anstieg bei den Seefrachten folgt allerdings auf eine Phase deutlich sinkender Preise. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren die Preise für die Güterbeförderung in der See- und Küstenschifffahrt noch um 10,6 % gegenüber 2024 zurückgegangen. Auch der aktuelle Indexstand von 87,5 Punkten bei einem Basiswert von 100 im Jahr 2021 zeigt, dass das Preisniveau trotz des kräftigen Anstiegs im zweiten Quartal noch unter dem Durchschnitt des Jahres 2021 liegt. (fk)

Seite drucken
Kommentare