Keine Mittelstreichung bei der Holzforschung – Unterstützung im Bundestag eingefordert
Am 9. Juli 2026 trafen die Vertreter der Plattform Forst & Holz
bei einem Parlamentarischen Frühstück zum Thema Zukunft der Wald- und Holzforschung
mit der Bundespolitik zusammen. Von Seiten der Holzwirtschaft war auch der GD Holz über seinen Dachverband DHWR dabei.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen die zukünftige Forschungsagenda für Wald und Holz sowie die hierfür maßgeblichen wissenschafts- und forschungspolitischen Rahmenbedingungen. In einer Einführung ging Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) auf die Bedeutung der Förderungen der Holzforschung ein. Aktuell betreut die FNR weiterhin eine Vielzahl von Bundesförderprogrammen, darunter u.a. das Förderprogramm Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen
sowie den Waldklimafonds. Dr. Schütte legte dar, dass der Bundestag im Rahmen der Bundeshaushalte bzw. der KTF-Anpassungen Mittel in einzelnen Bereichen gekürzt habe bzw. einzelne Förderlinien reduziert wurden.
Es folgten Impulse aus der Wissenschaft von Prof. Katja Frühwald-König von der TH Ostwestfalen-Lippe sowie von Prof. Dr. Ulrich Schraml von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), welche drei zentrale Botschaften vermittelten: Die Holzforschung leiste einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, indem sie nicht nur die Verfügbarkeit von Holz betrachtet, sondern vor allem dessen effiziente und nachhaltige Nutzung fördert. Gleichzeitig entwickele sie aus dem natürlichen Rohstoff leistungsfähige Werkstoffe - man kann schon High-Performance-Material
sprechen - für eine klimaneutrale Wirtschaft, welche die Einsatzmöglichkeiten und den Nutzen von Holz erweitern.
Im Anschluss fand bei der Diskussion mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Praxis statt, wobei deutlich wurde, dass mögliche Kürzungen bei der Forschungsförderung für die Forst- und Holzwirtschaft auch aus Sicht des GD Holz ein falsches Signal sind. Gerade angesichts der enormen Herausforderungen durch den Klimawandel werden mehr Investitionen in die Wald- und Holzforschung benötigt – nicht weniger. Die heimischen Wälder müssen klimaresilient umgebaut, neue Verwertungsmöglichkeiten für Holz erschlossen und innovative Produkte entwickelt werden. Besonders wichtig ist jetzt der Transfer vorhandener Forschungsergebnisse in die betriebliche Praxis, damit Innovationen schneller in den Markt gelangen. Die Holzforschung leistet dabei einen entscheidenden Beitrag – sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, die nachhaltige Nutzung des Rohstoffs Holz, als auch für den Klimaschutz. Damit neben bereits laufenden Vorhaben auch neue Forschungsprojekte gefördert werden können, ist eine deutliche Aufstockung der Mittel gegenüber dem aktuellen Haushaltsentwurf erforderlich. Die deutsche Holzwirtschaft kalkuliert hierfür einen Finanzierungsbedarf von mindestens 60 Millionen Euro.
Die Zukunftsfähigkeit von Wald, Holz und nachhaltiger Bioökonomie ist eng mit einer leistungsfähigen Forschung verbunden. Trotz knapper Kassen war seitens der anwesenden Abgeordneten zu vernehmen, dass diese Botschaft verstanden wurde und man sich fraktionsübergreifend für mehr Mittel bei den Haushaltverhandlungen einsetzen will. (tl)

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