Holzverwendung im Klimaschutzprogramm 2026 nicht konsequent zu Ende gedacht
Das Klimaschutzprogramm 2026 der Bundesregierung setzt aus Sicht des Holzhandels zwar erste richtige Signale, bleibt insgesamt jedoch hinter den Möglichkeiten zurück und kann deshalb auch noch nicht als eine konsequente und vollständig ausgereifte Gesamtstrategie bewertet werden.
Das Programm umfasst rund 90 Maßnahmen und soll helfen, die bestehenden Lücken bei der Zielerreichung bis 2030 und 2040 zu schließen. Dabei werden erstmals auch im Bereich Landnutzung (LULUCF) sowie im Gebäudesektor gezielte Impulse gesetzt, die für die Holzbranche relevant sind. Dennoch zeigt sich bei genauer Betrachtung, dass zentrale Potenziale von Holz und nachhaltiger Waldbewirtschaftung noch nicht vollständig ausgeschöpft werden.
Positiv ist, dass mit dem geplanten Waldumbau‑Booster
und einer Förderung des Holzbaus erstmals Ansätze erkennbar sind, Waldumbau und Holzverwendung gemeinsam zu denken. Damit wird grundsätzlich anerkannt, dass Holz als klimafreundlicher Rohstoff eine wichtige Rolle spielen kann.
Dennoch bleibt die Holznutzung im Programm zu wenig konsequent berücksichtigt. Der Fokus der Maßnahmen liegt weiterhin stark auf Energie, Verkehr und Elektrifizierung, während die Potenziale von Holz als Kohlenstoffspeicher und als Ersatz für emissionsintensive Materialien nicht ausreichend genutzt werden. Eine klare Strategie zur Stärkung der stofflichen Holznutzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette fehlt.
Auch beim Waldumbau zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Zwar wird dieser politisch gefördert, gleichzeitig fehlen aber klare Rahmenbedingungen und eine ausreichende finanzielle Absicherung. Hinzu kommt, dass politische Zielsetzungen teilweise die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs einschränken. Besonders kritisch ist, dass die notwendige stärkere Nutzung von Laubholz – als Folge des Waldumbaus – bislang nicht ausreichend unterstützt wird, obwohl genau hier künftig große Rohstoffpotenziale entstehen.
Im Klimaschutzprogramm 2026 sind die Schritte in Richtung einer integrierten Betrachtung von Wald und Holz nicht konsequent zu Ende gedacht: Holz wird zwar als klimarelevanter Rohstoff anerkannt und punktuell gefördert, seine systemische Rolle im Klimaschutz – als Kohlenstoffspeicher, Baustoff und Bestandteil einer biobasierten Kreislaufwirtschaft – wird jedoch noch nicht voll ausgeschöpft. Zentrale Fragen zur Rohstoffverfügbarkeit, zur Nutzungspolitik und zur langfristigen Marktentwicklung bleiben offen.
Wenn Holz seiner Rolle als Klimaschützer durch sinnvolle Verwendung gerecht werden soll, dann muss es auch der politische Wille sein, den Waldumbau und die Holznutzung tatsächlich als integrierte Klimaschutzstrategie miteinander zu verzahnen. Ansonsten werden die vorhandenen Chancen politisch nicht genutzt und bremsen Programme, z.B. die Holzbauinitiative, sogar aus. (tl)

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