GD Holz bedauert Aus der bayerischen Holzbauförderung
Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz e.V.) zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung des Freistaats Bayern, das erfolgreiche Holzbauförderprogramm BayF Holz
nicht fortzuführen. Nach Angaben der Landesregierung wird die Förderung zum Jahresende eingestellt; neue Anträge können bereits jetzt nicht mehr eingereicht werden.
Bayern hätte mit diesem Programm ein Vorbild für eine bundesweit wirksame und pragmatische Holzbauförderung sein können
, erklärt der Vorsitzende des GD Holz, Maximilian Habisreutinger. Das Förderkonzept sei klar strukturiert, leicht zugänglich und zugleich hochwirksam gewesen. Bei einer durchschnittlicher Förderhöhe von rund 100.000 Euro für Mehrfamilienhäuser bot das Programm einen echten Anreiz, vom übermäßigen Einsatz rohölbasierter Dämmstoffe Abstand zu nehmen und auf klimafreundliche CO
₂-Speicher aus heimischen Wäldern zu setzen, so Habisreutinger weiter. Diese Anreize gingen nun verloren. Das politische Signal zugunsten klimafreundlicher Bauweisen werde damit deutlich abgeschwächt.
Bisher wurden rund 510 Projekte mit insgesamt 58 Millionen Euro gefördert - diese Zahlen zeigen doch ein starkes Interesse und klare Wirksamkeit. Das abrupt gestoppte Programm lässt ungenutztes Potenzial und aufbauende Entwicklungen liegen. Gleichzeitig sinkt Investitionsbereitschaft, da Planungssicherheit wegfällt – ein falsches Signal zu einem Zeitpunkt, der eigentlich als Wegmarke für die Ankurbelung der Bauwirtschaft gesetzt ist
, so Habisreutinger.
Nun sollen die bislang für BayF Holz
vorgesehenen Mittel künftig Programmen mit stärkerer sozialpolitischer Wirkung zufließen. Aus Sicht des GD Holz geht damit ein wichtiges Förderinstrument verloren, das bereits nachweislich positive wirtschaftliche wie ökologische Effekte erzielt hat.
Hintergrund: Die Holzbauförderung war vor vier Jahren als Bestandteil der bayerischen Klimastrategie gestartet worden. Unterstützt wurden sowohl kommunale Einrichtungen als auch mehrgeschossige Holzgebäude der Gebäudeklassen 3, 4 und 5, getragen von öffentlichen wie privaten Bauherren. Die Förderung bemisst sich an der in Holzbauelementen und Dämmstoffen gespeicherten Kohlenstoffmenge. Pro Tonne CO₂ Äquivalent wurden 500 Euro gewährt, maximal 200.000 Euro pro Bauvorhaben.

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