GD Holz - Der Holzhändler

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22.03.2023rss_feed

Falschbezeichnung wie Guyana Teak vermeiden

Die Holzart Basralocus (Dicorynia guianensis), auch Angélique genannt, erfährt derzeit einige Beachtung: Gute Dauerhaftigkeit, tragend einsetzbar, auf dem Markt verfügbar. Und auch wenn einige Ähnlichkeiten vorliegen, ist die Holzart eines nicht: Teakholz.


Begehrtes Teakholz

Teakholz ist eine der begehrtesten Holzarten weltweit. Insbesondere aus den Naturwaldbeständen in Südostasien ist es äußerst nachgefragt und schwer erhältlich. Das berühmte ‚Burma-Teak‘ aus Myanmar kann aufgrund der politischen Situation vor Ort derzeit nicht EUTR-konform (EUTR: EU-Holzhandelsverordnung) importiert werden.

Verfügbares Teakholz aus Plantagen erfüllt die hohen Ansprüche an Teakholz aus Naturbeständen nicht. Verständlich also, dass die Suche nach Alternativen beginnt. Eine Holzart, die in einigen Aspekten ähnliche Eigenschaften aufweist, ist Basralocus.


Vorsicht bei Fehl- oder Fantasiebezeichnungen

Um Holz- bzw. Baumarten eindeutig zu bezeichnen, gibt es in erster Linie zwei Möglichkeiten:

 

  1. Die lateinische Bezeichnung mit der Beschreibung von Gattung und Art, wie z. B. Picea abies für die heimische Fichte.
  2. In der Norm EN 13556 sind Abkürzungen für Holzarten festgelegt: z. B. PCAB für Fichtenholz. Zudem sind dort übliche Handelsnamen in englischer, französischer und deutscher Sprache angegeben.

 

In der Norm sind z. T. auch übliche Handelsnamen angegeben, die eine etwas unglückliche Bezeichnung darstellen, da sie irreführend sind. Berühmtes Beispiel ist Western red cedar – keine echte Zeder! Die Holzart bezieht sich auf den Riesen-Lebensbaum Thuja plicata (THPL), darf aber nach EN 13556 als Western red cedar bezeichnet werden. Viele Informationen zu Holzarten finden Sie auch in unserem Holzarten-ABC und den Holzarten-Merkblättern des GD Holz unter: www.holzvomfach.de/fachwissen-holz/holz-abc


Falschbezeichnung Guyana Teak

Mit der Holzart Basralocus, bzw. Angélique wird eine Holzart aus Südamerika beschrieben, die zumeist aus Surinam kommt. Derzeit ist sie auch oft als sog. Stauseeholz verfügbar. Technische Details sind dem beigefügten Merkblatt zu entnehmen, das 2019 überarbeitet wurde. Dort wird, wie auch in vielen anderen Quellen, wie z. B. unserem alten Merkblatt (Ausgabe 1995) oder weiterer Literatur wie dem ‚Holz-Atlas‘ (Wagenführ, 2006) oder ‚Handelshölzer‘ (Gottwald, 1958) auf den Umstand hingewiesen, dass die Bezeichnung Guyana Teak unzutreffend ist.

Dies ist dem GD Holz auch bereits in einem Rechtsstreit untergekommen, worin sich der gegnerische Anwalt auf die Bezeichnung Guyana Teak bezieht. Er führt aus, dass dies kein echtes Teakholz sei und daher eine Täuschung vorläge, weil das Holz technisch schlechtere Eigenschaften habe. Soweit würden wir nicht gehen, aber doch klar empfehlen, die Bezeichnung Guyana Teak mit Vorsicht zu behandeln.

Wenn Sie auf den Zusatz Guyana Teak nicht verzichten möchten, bezeichnen Sie die Holzart Basralocus (Guyana Teak), so wird klar, dass Basralocus die offizielle Bezeichnung ist.

Mit der Holzart Ipé (Tabebuia spp.):verhält es sich ähnlich, da diese sehr begehrt ist und nicht ausreichend verfügbar. Bei der Suche nach Alternativen liegt es nahe, auch von Ipé zusammen mit einer neuen Ortsbezeichnung zu sprechen, aber auch hier liegt eine Kundentäuschung vor, da es sich nicht um Holz der Gattung Tabebuia handelt. (zel)