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08.07.2020rss_feed

Falschbezeichnung ‚Guyana Teak‘ öfters zu finden

Die Holzart Basralocus (Dicorynia guianensis), auch Angélique genannt, erfährt derzeit einige Beachtung: Gute Dauerhaftigkeit, tragend einsetzbar, auf dem Markt verfügbar. Und auch wenn einige Ähnlichkeiten vorliegen, ist die Holzart eines nicht: Teakholz


Begehrtes Teakholz

Teakholz ist eine der begehrtesten Holzarten weltweit. Insbesondere aus den Naturwald-Beständen in Südost-Asien ist es äußerst nachgefragt und mitunter sehr schwer erhältlich. Das berühmte ‚Burma-Teak‘ aus Myanmar kann aufgrund der Bestimmungen in der EUTR (EU-Holzhandelsverordnung) derzeit so gut wie nicht importiert werden. Verfügbares Teakholz aus Plantagen erfüllt diese Ansprüche nicht.

Verständlich also, dass die Suche nach Alternativen beginnt. Eine Holzart, die in einigen Aspekten ähnliche Eigenschaften aufweist, ist Basralocus.

 

Vorsicht bei Fehl- oder Fantasiebezeichnungen

Um Holz- bzw. Baumarten eindeutig zu bezeichnen, gibt es in erster Linie zwei Möglichkeiten:

  1. Die lateinische Bezeichnung mit der Beschreibung von Gattung und Art, wie z. B. Picea abies für die heimische Fichte.
  2. In der Norm EN 13556 sind Abkürzungen für Holzarten festgelegt: z. B. PCAB für die Fichte. Zudem sind dort übliche Handelsnamen in englischer, französischer und deutscher Sprache angegeben.

In der Norm sind z. T. auch übliche Handelsnamen angegeben, die eine etwas ‚unglückliche‘ Bezeichnung darstellen, da sie irreführend sind. Berühmtes Beispiel ist ‚Western red cedar‘ – keine echte Zeder! Die Holzart bezieht sich auf den Riesen-Lebensbaum Thuja plicata (THPL), darf aber nach EN 13556 als ‚Western red cedar‘ bezeichnet werden.

Viele Infos dazu finden Sie auch in unserem Holzarten-ABC unter: www.holzvomfach.de/fachwissen-holz/holz-abc und den Holzarten-Merkblättern des GD Holz.

 

Falschbezeichnung Guyana Teak

Mit der Holzart Basralocus, bzw. Angélique wird eine Holzart aus Südamerika beschrieben, die zumeist aus Surinam kommt. Derzeit ist sie auch oft als Stauseeholz verfügbar. Technische Details sind dem beigefügten Merkblatt zu entnehmen, das 2019 überarbeitet wurde. Dort wird, wie auch in vielen anderen Quellen, wie z. B. unserem alten Merkblatt (Ausgabe 1995) oder weiterer Literatur wie dem ‚Holz-Atlas‘ (Wagenführ, 2006) oder ‚Handelshölzer‘ (Gottwald, 1958) auf den Umstand hingewiesen, dass die Bezeichnung ‚Guyana Teak‘ unzutreffend ist.

Dies ist dem GD Holz auch bereits in einem Rechtsstreit untergekommen, worin sich der gegnerische Anwalt auf die Bezeichnung ‚Guyana Teak‘ bezieht. Er führt aus, dass dies kein echtes Teakholz sei und daher eine Täuschung vorläge, weil das Holz technisch schlechtere Eigenschaften habe. Soweit würden wir nicht gehen, aber doch klar empfehlen, die Bezeichnung ‚Guyana Teak‘ mit großer Vorsicht zu behandeln.

Wenn Sie auf den Zusatz ‚Guyana Teak‘ nicht verzichten möchten, bezeichnen Sie die Holzart Basralocus (‚Guyana Teak‘), so wird klar, dass Basralocus die offizielle Bezeichnung ist.



Foto: © GD Holz

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