Euroconstruct prognostiziert allmähliche Erholung des Baugewerbes für 2026
Nach zwei Jahren des Rückgangs steht die europäische Bauindustrie vor einer allmählichen Erholung. Zu diesem Schluss kam die 100. Konferenz von Euroconstruct, die Ende November in Paris stattfand. Die Organisation erklärt, dass der europäische Bausektor in eine Phase der vorsichtigen Stabilisierung eintritt.
Euroconstruct ist ein Netzwerk und Dienstleister, der Prognosen und Marktberichte über die EU-Bauwirtschaft erstellt. Laut der jüngsten Prognose vom November 2025 ging die gesamte Bauleistung in den 19 Mitgliedsländern 2024 um 1,7 % zurück. Dies markiert zusammen mit dem Rückgang in 2023 das schwächste Zweijahresergebnis seit Beginn der Pandemie. Die Aussichten verbessern sich jedoch: Für den Jahresbericht 2025 wird ein moderates Wachstum von 0,3 % erwartet, gefolgt von einem deutlicheren Anstieg um 2,4 % für 2026. Als wesentliche Ursachen dafür werden verbesserte Finanzierungsbedingungen sowie der Tiefbau als Hauptmotor der Erholung genannt.
Dem Bericht zufolge bleiben die wirtschaftlichen Basisdaten Europas uneinheitlich. Trotz gesunkener Preise und reduzierter Inflation europaweit ist der Bausektor weiterhin mit starken Herausforderungen konfrontiert. Dazu zählen teils immer noch hohe Baukosten, angespannte Finanzierbarkeit, verhaltene private Investitionen und anhaltende makroökonomische Unsicherheit. Maßgeblich wirken sich diese Faktoren negativ auf den Wohnungsbau aus, der Nichtwohnsektor entwickelt sich besser, insofern verändert sich also die Zusammensetzung der Baunachfrage. Der Neubau von Nichtwohngebäuden wird für 2025 nach unten korrigiert, was den Kühlbedarf in Gewerbe-, Industrie- und Logistikimmobilien angesichts der schwächeren Konjunktur widerspiegelt. Die Sanierung von Nichtwohngebäuden stieg hingegen im Jahr 2025 und wird voraussichtlich auch 2026 zunehmen, begünstigt durch Anforderungen an die Energieeffizienz und die Modernisierung veralteter öffentlicher und privater Gebäude.
Der Tiefbau bleibt der stärkste und stabilste Bereich des europäischen Bauwesens. Nach den Wachstumsjahren 2023 und 2024 wird für 2026 ein weiteres Wachstum prognostiziert, sowohl in Neubauprojekte als auch Sanierungen.
Euroconstruct prognostiziert für die Bauwirtschaft in einzelnen Ländern ein jährliches Wachstum von über 4 % zwischen 2026 und 2028 in Irland, Polen, Schweden und dem Vereinigten Königreich. Für Spanien wird ein Wachstum von 3,0 % erwartet, während Frankreich und Deutschland mit 1,7 % bzw. 1,1 % weiterhin verhalten wachsen dürften. Italien soll trotz einer deutlichen Aufwärtskorrektur gegenüber früheren Prognosen lediglich um 0,6 % wachsen. Belgien, das mit 0,5 % Wachstum rechnet, stagniert weiterhin. (nop)

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