Das GD Holz-Terrassendielen-Seminar in Hamburg: Seit 20 Jahren erfolgreich!
Am 26. Feb. 2026 fand die nunmehr 10. Auflage der beliebten Seminarreihe in Hamburg statt. Spannende Vorträge und Gespräche sorgten für einen kurzweiligen Tag.
Das Seminar fand traditionell in enger Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut Hamburg statt. Der dortige Hörsaal war mit etwa 80 Teilnehmenden gut gefüllt. GD Holz richtet das Seminar in Zusammenarbeit mit dem Thünen-Institut für Holzforschung alle zwei Jahre aus. Ein weit gefächertes Programm brachte interessante Vorträge und spannende Diskussionen hervor.
Neben dem Programm (siehe Anhang) mit Vorträgen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung standen auch persönliche Kontakte und fachlicher Austausch im Mittelpunkt. Das Netzwerken ist und bleibt ein zentraler und wichtiger Punkt der Veranstaltung – das zeigen die kurzweiligen Kaffeepausen im Foyer des Thünen-Instituts.
Nach dem sehr gut besuchten Stammtisch
am Vorabend mit knapp 30 Personen – an dem insbesondere die Referentinnen und Referenten schon auf das Seminar eingestimmt werden, gab es für Frühaufsteher, wie schon in vergangenen Jahren, ein Vorprogramm, den sog. Klötzchenkurs
zur Holzartenbestimmung. Dr. Gerald Koch, Kurator der wissenschaftlichen Holzartensammlung des Thünen-Instituts, erklärte darin Grundlagen der Holzanatomie und Methoden der Holzartenbestimmung und erwähnte, dass sich durch die App macroHOLZdata Holzartenbestimmung jetzt für alle einfacher umsetzen lässt
. Mit Lupe und App ausgestattet, stiegen die gute 20 Teilnehmenden in die makroskopische Holzbestimmung ein.
Kleine Revue zur 10. Veranstaltung
Zum Beginn des Hauptteils begrüßte Florian Zeller (GD Holz) die rund 80 Teilnehmenden am Thünen-Institut. Die anhaltend große Anzahl von Teilnehmenden zeigt, dass die Themen rund um den Terrassenbau auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten auf großes Interesse stoßen
, so Zeller. Die Veranstaltung hatte in diesem Jahr zudem Konkurrenz durch die parallel in Köln stattfindenden Messe Dach & Holz
, die nach Terminen im Januar und März jetzt wieder Ende Februar stattfand.
Zeller eröffnete mit einem Kurzvortrag, der sich mit den Anfängen der Seminarreihe 2006 und den vergangenen Veranstaltungen beschäftigte. Ausgezeichnet wurden im Rahmen des Vortrags Dr. Gerald Koch, Thomas Wilper und Dr. Wolfram Scheiding für ihre fortwährende Unterstützung der Veranstaltung seit 20 Jahren (siehe Foto).
Neue Holzarten und Austauschhölzer zunehmend gefragt
Das Hauptprogramm begann mit Dr. Gerald Koch, der zunächst das Thünen-Institut für Holzforschung und seinen Arbeitsbereich vorstellte. Danach kam er auf seine gutachterlichen Tätigkeiten am Thünen-Kompetenzzentrum für Holzherkünfte zu sprechen. Seit dem Beginn der Holzartengutachten wurden über 10 000 Prüfaufträge durchgeführt. Die Anfragen sind vor allem auf die Bereiche Holzhandel, Discounter, aber auch auf Behörden wie den Zoll, BLE und CITES zurückzuführen.
Dr. Christian Brischke (Bereich Holzschutz, Thünen-Institut) berichtete zudem erstmalig aus den Forschungen zu Nadelhölzern, insbesondere Lärchen aus unterschiedlichen Herkünften der Welt. Dabei zeigte sich, dass die Dauerhaftigkeitsklassen der betrachteten Holzarten ähnlich sind.
In einem weiteren Vortrag von Herrn Dr. Brischke berichtete er über die aktuelle Überarbeitung der DIN EN 350 zur Bestimmung und Angabe von Dauerhaftigkeitsklassen (DC) verschiedener Holzarten.
EUDR (mal wieder) und die Baukonjunktur
Franz-Xaver Kraft (GD Holz) konnte vorsichtigen Optimismus verbreiten, da sich die Anforderungen an die neue EU-Verordnung zu Entwaldungsfreien Lieferketten
(EUDR) etwas vereinfacht haben. Zudem wurde erwirkt, dass die Umsetzung erst zum Jahresende 2026 erfolgen wird.
Robin Huth (B + L Marktdaten, Bonn) berichtete anschaulich zur gegenwärtigen Marktlage, gab aber auch Hinweise, dass erste Lichtblicke zu sehen sind und spätestens 2027 mit einem deutlichen Aufschwung zu rechnen ist. Er präsentierte zudem erste Ergebnisse aus einer exklusiven Marktstudie für den GD Holz zum Markt für Terrassendielen. Aufgezeigt wurden Marktentwicklung, Anteile von verschiedenen Produktgruppen und Substitutionen der Sibirischen Lärche.
Spezielle Aspekte des Terrassenbaus
Die Vorträge am Nachmittag von Claudia Koch (Holzforschung Austria), Thomas Wilper (Holz-Sachverständiger) sowie Nils Olaf Petersen zusammen mit Kolja Kahrs beleuchteten Anwendungsfragen für Planung, Konstruktion und Ausführung von Terrassen und Balkonen aus Holz und Holzwerkstoffen.
Claudia Koch stellte die interaktive Planungshilfe für Holz Beläge im Außenbereich auf der Website dataholz.eu vor, die hilft Anforderungen bei der Planung von Terrassen Projekten vollständig zu erfassen; daneben wies sie auf übliche Probleme und Reklamationen bei Terrassen aus Holz und Holzwerkstoffen hin.
Thomas Wilper beleuchtete im Anschluss das Thema Unterkonstruktion für Terrassen und die Vor- und Nachteile verschiedener Materialien wie Vollholz, WPC, Aluminium oder Stahl.
Der letzte Vortrag des Tages kam von Nils Olaf Petersen (GD Holz) und Kolja Kahrs (Kahrs GmbH, Bremen). Sie stellten ein Projekt des Fachbereichs Außenhandel vor, welches sich intensiv mit der Festigkeitssortierung tropischer Holzarten auseinandergesetzt hat. Durch eine Nachsortierung des Importeurs, Holzhändlers oder Sachverständigen ist es möglich, Holzarten Festigkeitswerte zuzuweisen und diese in tragende Konstruktion einzusetzen. Dies ist zum Beispiel jetzt auch für die Holzart Bangkirai möglich.
Fortsetzung 2028
Bis 17 Uhr blieb der Hörsaal des Thünen-Instituts gut gefüllt. Das Terrassendielen-Seminar
dient nicht nur der Weiterbildung durch Vorträge und Diskussion, auch die Gespräche am Vorabend und in den Pausen sind fester Bestandteil. Schließlich ist es auch Treffpunkt für Importeure, Lieferanten und Kunden, die hier Geschäftsbeziehungen ausbauen können.
Neben dem Networking lebt das Seminar von vielfältigen Fragen und Beiträgen aus dem Publikum, die die Veranstaltung kurzweilig macht und zu regem Austausch untereinander führt.
Eine Fortsetzung der Veranstaltung ist im Februar 2028 geplant.
(zel)

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