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11.02.2026rss_feed

China setzt EUDR bereits proaktiv um, es gibt aber noch viel Handlungsbedarf

Ein neuer Bericht befasst sich mit den Auswirkungen der EUDR auf Marktakteure in China und damit, wie diese mit den Anforderungen der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) umgehen. Es wird untersucht, ob und inwieweit der chinesische Handel von der Verordnung betroffen ist und welche positiven Auswirkungen es bereits gibt.


Die EUDR ist für China von besonderer Relevanz, da das Reich der Mitte inmitten einer ökonomischen und ökologischen Umbauphase steckt: Im Zuge dessen sollen Quantität und Qualität von Importen gesteigert und gleichzeitig grüne und kohlenstoffarme Handelsstandards und Zertifizierungssysteme gefördert werden.

Im globalen Kontext ist es nichts Neues, dass China eine besondere Rolle in den weltweiten Lieferketten für forstwirtschaftlich risikobehaftete Rohstoffe wie zum Beispiel Holz und Kautschuk spielt. Das Land ist sowohl weltweit größter Importeur und Verarbeiter von Rohstoffen als auch wichtiger Exporteur von Folgeprodukten in die EU. Dabei stammen Chinas Importe häufig aus Ländern mit hohem Entwaldungsrisiko, bevor sie in Verarbeitung und den weltweiten Handel gehen.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich die chinesische Industrie angesichts eigener Vorschriften zur Umweltpolitik auf die Einhaltung der EUDR vorbereitet. Bemängelt wird im Bericht, dass es kein einheitliches politisches Rahmenwerk zur Bekämpfung der Entwaldung gibt, um Verpflichtungen in Bezug auf den Klimawandel und die biologische Vielfalt zu erfüllen. Dies stellt für lokale Industrien und Unternehmen ein erhebliches Hindernis dar, gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der Entwaldung in ihren Lieferketten zu ergreifen.


Im Kontext der EUDR ist die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette die größte Herausforderung für chinesische Unternehmen, da sie Rohstoffe von mehreren Zwischenhändlern aus Risikoregionen (z. B. Südostasien, Afrika, Lateinamerika) beziehen, in denen die Dokumentation zur Landnutzung und Rechtmäßigkeit oft unvollständig oder undurchsichtig ist.

Branchenführer reagieren proaktiv auf die EUDR und zeigen Machbarkeit und Kosteneffizienz der Umsetzung der EUDR-Anforderungen auf. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist jedoch mehr Unterstützung erforderlich.

Der Bericht wurde von chinesischen Industrie- und Wissenschaftsexperten begutachtet und kommt zu dem Schluss, dass die EUDR bereits positive Auswirkungen auf die chinesischen Bemühungen zur Bekämpfung der Entwaldung in der Lieferkette hat. Mit der richtigen Unterstützung für KMU, dem Wissenstransfer und dem gegenseitigen Verständnis zwischen der EU und China kann die EU einen Transformationsprozess zur Reduktion und Vermeidung von globaler Entwaldung und Waldschädigung anführen.

Der GD Holz hat diese Woche an einem weiteren EU-Stakeholdermeeting teilgenommen und ist auch weiterhin eng in die politischen Prozesse eingebunden, die die EUDR praxisnaher gestalten und somit anwendbarer machen. (nop)


Foto © EUDR

Foto © EUDR