Bauministerkonferenz-Motto Stärkung und Beschleunigung
– kommt jetzt der ersehnte wirtschaftliche Hebel für den Holzhandel?
Mit dem Beginn des Jahres 2026 hat Berlin turnusgemäß für zwei Jahre den Vorsitz der Bauministerkonferenz übernommen und setzt einen klaren Schwerpunkt auf die Stärkung und Beschleunigung des Bauens. Diese politische Ausrichtung schafft einen neuen Rahmen für bundesweite Aktivitäten im Holzbau, die in den kommenden Jahren deutlich an Bedeutung gewinnen werden.
Die Bauministerkonferenz gilt als zentrale Plattform, in der die Länder gemeinsame Positionen gegenüber dem Bund entwickeln und die Weiterentwicklung des Holzbaus in Bezug auf Musterbauordnung, Baurecht und technische Standards voranzubringen. Diese Ebene ist entscheidend für den zukünftigen Erfolg des Holzbaus - besonders im seriellen und modularen Bauen - und damit letztlich für den Holzhandel.
In den kommenden Jahren sollen insbesondere folgende Hebel bewegt werden:
- Vereinfachung und Standardisierung von Genehmigungsverfahren Weniger Sonderprüfungen für wiederkehrende Holzbau-Lösungen und die konsequente Anerkennung bestehender Nachweiswege sollen Planungs- und Bauzeiten deutlich verkürzen.
- Förderung serieller und modularer Holzbausysteme Typenlösungen, Vorfertigung und skalierbare Konzepte sollen endlich bundesweit praxistauglich eingesetzt werden können. Dies ist ein entscheidender Schritt zur Umsetzung großer Wohnungsbauprogramme.
- Anreize für nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen Der politische Fokus auf Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und CO₂-Reduktion verstärkt die Relevanz des Holzbaus im Vergleich zu konventionellen Baustoffen.
- Mehr Klarheit und Einheitlichkeit zwischen den Landesbauordnungen Einheitliche Regelwerke schaffen Planbarkeit für Unternehmen und beschleunigen damit Investitionen in Produktions- und Lieferketten.
Was bedeutet das für den Holzhandel?
Der Holzhandel ist eine der Schlüsselbranchen, die direkt von den politischen Weichenstellungen profitieren. Mit dem erwarteten Anstieg an Holzbauprojekten wird die Nachfrage nach konstruktiven Holzwerkstoffen, Systemkomponenten und vorgefertigten Elementen deutlich steigen. Besonders das serielle und modulare Bauen verlangt nach hoher Verfügbarkeit, gleichbleibender Qualität und zuverlässigen Lieferketten – Anforderungen, bei denen der Holzhandel seine Stärke ausspielen kann. Gleichzeitig wächst der Bedarf an fundierter Beratung: Planer, Kommunen und Wohnungsunternehmen suchen zunehmend nach systematisierten, nachweisfähigen und genehmigungsrobusten Holzbaukonzepten. Der Holzhandel kann hier seine Kompetenz erweitern und sich als lösungsorientierter Partner entlang der gesamten Wertschöpfungskette positionieren.
Fazit: 2026 wird ein Schlüsseljahr für den Holzbau – und eine Chance für den Holzhandel
Insgesamt lassen die politischen Signale erwarten, dass 2026 und die Folgejahre zu einem Wendepunkt für den Holzbau werden können: weg von Einzellösungen und Sondergenehmigungen, hin zu wiederholbaren, industriell skalierbaren Holzbausystemen. Für den Holzhandel eröffnen sich damit neue Marktsegmente, stabile Absatzperspektiven und eine gestärkte Position in einem zunehmend zentralen Bausektor.
Für den Holzhandel bedeutet dies:
- wachsende Nachfrage
- neue Kundengruppen
- professionellere Lieferketten
- höhere Wertschöpfung
Der anhaltend hohe Wohnraumbedarf, die zunehmende Bedeutung von Nachverdichtung und die politischen Ziele in den Bereichen Klimaschutz und Ressourcenschonung erhöhen den Druck, Bauprozesse zu vereinfachen und tragfähige Lösungen zu verbreiten, die schnell, effizient und nachhaltig sind. Die wirtschaftliche Talsohle scheint 2025 durchschritten. Nun muss es darum gehen, die angekündigte Beschleunigung tatsächlich konkret umzusetzen, auf welche die Unternehmen so dringend nach den Versprechen der Großen Koalition warten. Nur so kann sich der Holzbau in der Breite durchsetzen und damit auch der Holzhandel die daraus entstehenden Marktchancen nutzen. Der GD Holz wird diese Entwicklungen auf politischer Ebene aktiv begleiten. (tl)

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